Über mich

Im Dezember 1953 in Karlsruhe geboren und aufgewachsen, wurde 1971 die Bonn-Siegburger Region zu meiner neuen Heimat. Mein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften führte mich von Bonn nach Gießen. Unterstützt durch ein Stipendium des Europäischen Parlaments schrieb ich nach dem Assessorexamen eine europarechtliche Dissertation über die Fraktionen im Europäischen Parlament (Europäische Hochschulschriften, Verlag Peter Lang). Vom europäischen Gedanken fasziniert blieb ich mehr als zwei Jahre in Brüssel, absolvierte ein Praktikum bei der Europäischen Kommission und war in einer britischen Unternehmensberatung tätig.

1985 wurde ich als Ministerialbeamtin wieder in Bonn sesshaft. Pressearbeit sowie Redenschreiben – eine generell eher ungeliebte Arbeit – machten mir so viel Spaß, dass ich auch privat Lesefutter produzierte, allerdings nur zum eigenen Vergnügen. Erst als ich mich intensiv mit der Geschichte des Rheinlands im 17. Jahrhundert beschäftigte, nahm ich meine Schreiblust ernster.

Debütroman: Vanitas

Im Jahr 2000 begann ich einen Bonn-Köln-Roman zu entwickeln. Ich vertiefte mich in historische Fachbücher, las zeitgenössische Literatur des 17. Jahrhunderts, suchte in Bibliotheken und Museen nach Antworten auf meine Fragen zur Rheinischen Geschichte, besuchte ein Chorgebet der Zisterzienser in der Abtei Marienstatt oder betrachtete Gemälde aus dem frühen Barock, um dem damaligen Leben auf die Spur zu kommen. Diese Erkenntnisse verarbeitete ich romanhaft. Für diese neue Leidenschaft brachten mein Mann Hans, aber auch die Kinder Christine und Maximilian Verständnis auf.

Nach acht Jahren hatte ich zwar eine spannende Geschichte verfasst, die jedoch gut 1600 Buchseiten gefüllt hätte. Das Manuskript war zu schade, um es zu verschubladieren. Deshalb begann ich zu kürzen. In dieser Phase suchte ich bereits einen Verlag – für eine unbekannte Autorin eine deprimierende Aufgabe, da in der heutigen Bücherflut ein prominenter Name Kaufargument Nummer 1 ist und die Verlage in Manuskriptangeboten ertrinken. Dennoch: Mein Traum von der Veröffentlichung meines Romans, vorzugsweise in einem Verlag aus der Bonner Umgebung, wurde wahr und am 9. 11. 2011 konnte ich im Bonner StadtMuseum den historischen Krimi „Vanitas“ vorstellen.

Trotz des immer noch enormen Volumens von 710 Seiten,  fand Vanitas so viel Anklang, dass das Buch nach gut drei Monaten auf Verlagsseite ausverkauft war und im Juni 2012 die zweite verbesserte Auflage auf den Markt kam.

Fortsetzung: Exitus

Nur sehr ungern trennt man sich von Menschen, die einen jahrelang begleiteten, selbst wenn sie nur fiktiv sind.

Noch bevor Vanitas erschien, arbeitete ich bereits an der Fortsetzung. Das für die Köln-Bonner Region kriegerische und turbulente Jahr ab April 1673, das heute fast vergessen ist, schien zunächst ein Eldorado für eine Romanautorin zu sein. Tatsächlich engt die Realität aber eher ein, als dass sie beflügelt. Da die damaligen politischen Verhältnisse höchst verwickelt waren, gerieten die ersten 100 Seiten äußerst spröde. Frustriert stellte ich die Arbeit ein. Die positiven Kommentare vieler Leserinnen und Leser zu Vanitas ermutigten mich im November 2012, das Manuskript wieder hervorzuholen. Das Dickicht historischer Kompliziertheiten verbannte ich in einen Anhang und allmählich entstand eine fesselnde Kriminalgeschichte, die nicht nur ein realistisches Bild der Eroberung Bonns und des Falles Fürstenberg zeichnet, sondern sich auch noch aus einer Vielzahl interessanter geschichtlicher Tatsachen zusammensetzt. Genau ein Jahr später, am 15. November 2013, erschien das Buch.

Ausflug: Herzlichen Glückwunsch

Kurzromane für Keine-Zeit-Leute

Manche meiner Bekannten bemängelten die epische Länge meiner historischen Kriminalromane.

Doch – ich kann auch kurz, sogar sehr kurz! Auf 140 Seiten sechs Geschichten, die fast alle die Charakteristika eines Romanes aufweisen, ist sehr kurz. Mit Leuten von Heute will ich vor allem amüsieren, aber am Ende eines jeden Kurzromans stellt sich die Frage: Ist das, was wir so selbstverständlich hinnehmen, auch wirklich eine Selbstverständlichkeit? Das Buch erschien am 09.11.2015.

Der dritte Teil: Gülichplatz

historischer Roman über eine Kölner Rebellion

Fünf Jahre intensive Recherche und Schreibarbeit benötigte ich, bis der historische Roman Gülichplatz am 15. September 2020 die Merhoffen-Romane zu einer Trilogie abrundete. Die lange Zeit war nötig, um dem Thema und Nikolaus Gülich (1644-1686) gerecht zu werden.

Nikolaus Gülich ist zu Unrecht wenig bekannt. Mutig trat er für Demokratie und Bürgerfreiheit ein und warf den regierenden Kölner Rent- und Bürgermeistern, den sogenannten Sechsherren, Korruption und Machtmissbrauch vor. Seine Appelle das Stadtrecht zu reformieren, scheiterten am heftigen Widerstand der Sechsherren und des Rates, in dem Verwandte und Freunde der Sechsherren die Mehrheit hatten. Die 22 Kölner Gaffeln (Zünfte), in denen alle Bürger zusammengefasst waren, organisierten einen gewaltsamen Umsturz, an dem Gülich nicht teilnahm, da er das wohl für einen Fehler hielt. Dennoch blieb er die Gallionsfigur des neuen Gaffelregiments, das allerdings im Kampf gegen die reichen und mächtigen Gegner seinerseits gegen Bürgerrechte verstieß. Trotzdem ist die Gülich- Rebellion sanft abgelaufen. Hinrichtungen nach kurzen Prozessen gab es nicht. Überliefert sind nur zwei Opfer des Aufstandes.

Christoph Salentin, Schwiegersohn des Bürgermeisters Gerwin von Beywegh (1629 –1686), freundet sich mit Gülich an und gerät so zwischen die Fronten der Anhänger des Alten und der Reformer. Seine Freundschaft zu Gülich hält über die feindlichen Grenzen hinweg bis zu dessen Tod.

Und wie geht’s weiter?

Häufig werde ich gefragt, ob ich denn weiterschreiben wolle.
Oh ja!
Eine weitere Veröffentlichung?
Vielleicht!
Kreative Arbeit ist immer ein Abenteuer, dessen Ausgang ungewiss ist. Man kann nie sagen, ob das Ergebnis eigenen Ansprüchen gerecht wird und das Produkt andere faszinieren kann. Bücherfreunde geben nicht nur Geld für ein Buch aus, sondern nehmen sich auch viel Zeit zum Lesen. Beides muss eine gute Investition sein, das heißt:

Spannende Unterhaltung genießen und am Ende ein bisschen schlauer sein als zuvor!

Diesen Anspruch will ich stets erfüllen.